Podcast Folge 01: Wir machen IT-Projektmanagement

Andreas Haberer
Andreas Haberer ist Sprecher und Moderator des Podcasts IT Projektmanagement der Bundesvereinigung IT Projektmanagement.

…ich glaube nur wer das selbst schon mal gemacht hat kann sich jetzt vorstellen wie stolz ich bin. Die erste Folge meines Podcastes ist online.
Es war ein langer Weg von der ersten Idee einen Podcast rund um das Thema IT Projektmanagement aufzusetzen, dem ersten Auseinandersetzen mit der Technik, bis schließlich zu dem heutigen Tag, an dem ich diese erste Folge veröffentliche.


Warum IT Projektmanagement? Naja- weil ich das einfach am allerbesten kann. Ich habe mein IT Unternehmen schon bereits im Jahr 1993 gegründet. Ich gehöre als Mitte 40er praktisch schon zu den Dinosaurier in der IT Welt…zumindest gemessen an den immensen Fortschritten den die IT seit diesen Tagen gemacht hat.
Meine IT Erfahrung startete in einer Zeit in der man den Quellcode eines Computerspiels noch von Hand, zusammen mit ein paar Kumpels, aus einer Zeitschrift abgetippt hat, um dann nach tagelanger Tipparbeit vom Compiler auf tausende von Fehler hingewiesen zu werden. Das waren meine Comodore64 und Amiga Zeiten…sollte das überhaupt noch jemandem was sagen.
Nun ja- meine erste Festanstellung hatte ich im Anforderungsmanagement eines kleinen Softwarehauses in Mannheim. Leider war die Auftragslage nicht die allerbeste, so dass ich nach einem Jahr aufhörte und kurz darauf den Weg in die Selbständigkeit wagte. Diese Entscheidung zähle ich zu den besten meines Lebens.
Mit einem Partner zusammen wuchs unser Kundenkreis recht schnell so dass wir es bereits 1995 wagten eine GmbH zu gründen. Wir eröffneten noch ein kleines Ladengeschäft und ich schrieb Software für unsere Kundenprojekte und den Ladenverkauf.
Wir genossen es mit den Dingen Geld zu verdienen auf die wir Lust hatten und so schrieb ich sogar ein Steuerungssystem für eine Sonnenstudio Kette.
1997 kam dann der erste Auftrag für ein großes internationales Unternehmen. Ich fand mich plötzlich als externer Softwareentwickler bei einem Walldorfer Softwarehaus mit 3 Buchstaben wieder. Ich war einer von sehr vielen Entwickler die gleichzeitig am Prototyp des heutigen CRM Moduls arbeiten. Dieses Projekt war für mein Selbstvertrauen damals ganz wichtig. Denn plötzlich merkte ich, dass mein Wissen und mein Rat auch in einem solch großen Unternehmen, das voll mit Profis ist, wichtig und hilfreich ist.
Im direkten Anschluss an dieses Projektes bot man mir an, als einer der Softwareentwickler für die KfW in Frankfurt bei der Entwicklung der Callcenter Software zu unterstützen. Dieses Projekt ging bis 1999 und wieder gelang es mir nahtlos zu in das nächste Projekt zu wechseln. Es war die EDS Rüsselsheim, das war damals der IT Dienstleister für General Motors bzw. Opel mit 110.000 Mitarbeiter kein ganz kleiner Laden.
Wir entwickelten ein Produktionsplanungssystem für den Automobilbau. Das Entwicklerteam war über mehrere Kontinente verteilt und wir waren eine echt tolle Truppe. Das ich am Schreibtisch gegenüber unseres Projektleiters saß war reiner Zufall. So kam es aber, dass ich stets wusste wo er gerade war und wurde mit der Zeit ganz nebenbei sowas wie sein Assistent. Eines Tages gab es einen Zwischenfall und unser Projektleiter verließ das Projekt. Das Management in USA fragte mich ob ich mir vorstellen könnte die Projektleitung zu übernehmen.

Ich fragte was ich mehr an Geld bekommen würde und man sagte mir: „Nichts“. Gut, dachte ich- dann eben für die Ehre und so leitete ich mein erstes internationales Projektteam. Dieser Job war nicht ganz anspruchslos. Aufgrund der Zeitverschiebungen musste ich häufig bereits früh morgens, bzw. spät abends noch im Büro zu sein. Meist fuhr ich morgens um 6Uhr los um bereits um 7Uhr im Büro zu sein und kam sehr häufig erst nach 22Uhr wieder raus.
Aber es war eine gute und sehr lehrreiche Zeit für mich. Direkt im Anschluss wechselte ich zur Hessischen Landesbank nach Frankfurt. Zunächst sah das nach einem entspannten 8 Stundentag Programmierjob aus, den ich dringend nach dem letzten Projekt gebrauchen konnte. Ich wollte also vorerst wieder ein Programmierer- sein und bezüglich Projektleitung Pause machen.
Meine Aufgabe klang recht trivial. Ich sollte eine Access 2.0 Datenbank auf Access 2000 Migrieren. Mein Vorgänger hatte bereits 3 Monate ohne Ergebnis mit dieser Aufgabe gekämpft. Nachdem ich diese Aufgabe in nicht einmal einer Woche erledigt hatte, hatte ich neue Freunde. Was soll ich sagen. ich war insgesamt von 2001 bis 2006 dort.
Zwar erlebte ich hautnah das IT Outsourcing. Der Kauf der Helaba IT durch das IZB. Das Schlucken der IZB durch die Sparkasseninformatik und diese durch die Finanzinformatik, aber mein Arbeitsplatz blieb stets der gleiche. Mit den Jahren und nach dutzenden Erweiterungsprojekten ist die einstmals kleine Datenbank zu einer mächtigen Configuration Management Database für das Servicemanagement des Rechenzentrums angewachsen. Wir haben eine Vielzahl von Projekten rund um diese CMDB herum realisiert. Ich glaube alleine über diese Entwicklung könnte ich ein Buch schreiben.
Auf so manches was wir da an Lösungen entwickelt haben bin ich noch heute stolz und nicht wenige Lösungen suchen noch heute ihresgleichen. In dieser Zeit habe ich auch sehr viel Datenbankarchitektur und Datenbankentwicklung also Stored Procedure Programmierung betrieben.
Da meine Software primär dazu diente, den Service und Netzwerktechnikern im Rechenzentrum das Leben zu erleichtern, musste ich sehr viel für Rechenzentrums Infrastruktur, Netztechnik, Serversysteme, Firewall, Router, SAN, ITIL Prozesse und vieles mehr lernen.
Das kam mir bei meinen späteren Projekten noch sehr zugute. 2006 bekam ich das Angebot in das Herkules Projekt der Bundeswehr zu wechseln und dort die Projektleitung für ein Software Entwicklungsprojekt zu übernehmen. Das war nicht nur eine große Ehre, sondern auch eine große Herausforderung- also nahm ich an. Das hieß allerdings fortan montags 250 Km in den Köln Bonner Raum fahren- und freitags wieder zurück. In dieser Zeit lernte ich Hotelzimmer nicht mehr mit Urlaub, sondern mit Arbeit in Verbindung zu bringen.
Nach diesem ersten Entwicklungsprojektauftrag für die Bundeswehr übertrug man mir die Projektleitung für ein militärisches IT Rollout Projekt und als auch dies vorbei war für ein militärisches Systementwicklungsprojekt. Ich hatte engen Kontakt mit nahezu allen Sicherheitsorganen und lernte sehr viel über Hochsicherheit und Hochverfügbarkeit.
2011 hatte ich dann aber genug davon, eine Wochenendehe zu führen und in Hotelbetten zu übernachten. Ich wollte wieder zuhause schlafen. 2007 wurde meine jüngste Tochter geboren und ich merkte, dass ich bereits viel zu viel verpasst hatte. Meine militärische IT Projekterfahrung, sowie meine Erfahrung im Umgang mit den militärischen Organen verhalfen mir dann sehr schnell zu meinem nächsten Projekt.
Ich bewarb mich 2011 auf die Leitung eines Entwicklungsprogramms für die Bundeswehr, das aus insgesamt 16 Projekten und weit über 100 Mitarbeitern bestand. Ich bekam den Auftrag und kam steuerte zum ersten Mal Hardwareentwicklung und embedded Systementwicklung. Diese Herausforderungen waren für mich gänzlich neu, aber ich habe mich glänzend bewährt und lerne noch immer täglich dazu.
Täglich dazu lernen- also kontinuierlich wachsen und lernen. Das war eigentlich mit der Initialzünder für die Gründung der Bundesvereinigung IT Projektmanagement im Januar 2014. Mit all dem eben gesagten, wollte ich Ihnen zeigen, dass ich nicht jemand bin, der Ihnen angelesenes und theoretisches Projektmanagementwissen vorkauen möchte.
Zwar habe ich mehrere Projektmanagement Zertifizierungen und auditiere seit mehreren Jahren im Auftrag der deutschen Gesellschaft für Projektmanagement Projekte für den jährlichen „Project Excellence Award“. Aber ich hänge nicht dogmatisch an einem bestimmten Vorgehensmodell oder Methode. Die Praxis hat mich gelehrt, dass man all das in seinem Werkzeugkasten dabei haben muss. Der Praktiker weiß, wann er welches Werkzeug einsetzt und welche Teile dafür gerade praktikabel sind.
Ich denke ich kann zurecht sagen, dass ich in der IT schon so ziemlich alle Arten von Projekten gemacht habe. Das bedeutet aber nicht, dass ich alles besser weiß, oh nein. Ich habe in diesen Projekten viel richtig- aber auch viel falsch gemacht.
Ich habe sehr viele Menschen kennen gelernt die sagen können was man tun muss um bei ganz bestimmten Projektkonstellationen erfolgreich zu sein. Und was man tun muss, um solch ein Projekt an die Wand zu fahren. Auch ich lerne ständig und besuche pro Jahr in der Regel 8-12 Seminare von jeweils zwischen 1 und 5 Tage Dauer.
Aber in Bezug auf diesen Podcast freue ich mich vor allem auf all die Erkenntnisse, die ich in den nächsten Jahren aus diesem Podcast gewinnen- und mit Euch teilen werde. Ich freue mich auf all die interessanten Menschen die ich zu dem Podcast einladen und interviewen werde.
Also, was dürfen Sie bei diesem Podcast erwarten?
• Sie werden sich praxisgerecht weiterbilden. Ein Podcast ist deshalb eine tolle Sache, weil man ihn „nebenbei“ hören kann. Ich beispielsweise höre Podcasts während der Autofahrt. Sie können den Podcast aber auch gerne beim Joggen, Bügeln, Kinderstillen oder Autowaschen hören. Diese Tipps gibt’s direkt auf die Ohren und kommen aus der Praxis. Hören Sie aufmerksam zu und überlegen sie, ob der ein oder andere Gedankenanstoß auch Ihnen in der Projektpraxis helfen kann.
• Ich werde aus meiner eigenen beruflichen Praxis rund um das Thema IT Projektmanagement berichten. Was ist beim Anforderungsmanagement und Requirement Engineering wichtig, wann plane ich wie das nun anstehende Projekt und wie setzte ich es auf? Wie steure ich effektiv mein Projektteam, wie meinen Auftraggeber, wie gehe ich mit den Projektleitern der Nachbarprojekte um? Wie betreibe ich effektives Stakeholder Management?
• Ich werde Kollegen Interviewen zu deren interessante und praxisnahen IT Projekterfahrungen. Welche Vorgehensmodelle haben sie gewählt und wie hat sich das bewährt? Welche PM Tools wurden eingesetzt und was waren die Erfahrungen damit? Wir werden uns über interessante Bücher und Seminare unterhalten

• Ich werde Autoren interessanter Bücher interviewen

• Für die selbständigen IT Projektmanager unter Ihnen und diejenigen die es werden wollen werde ich Interviews mit Bodyleasing bzw. Recruiting Unternehmen führen um das Geheimnis zu lüften, wie man nahtlos und ohne Leerlauf von einem Projekt in das nächste geht. Ich selbst bin auf meine eigene Bilanz sehr stolz: In der Zeit von 1997 bis 2015 hatte ich gerade einmal 15 Arbeitstage keinen Auftrag! Und diese 3 Wochen habe ich dann mit Weiterbildung vollgepackt!

• Ich werde Interviews mit Anbietern von IT Projekten führen und mich mit diesen über ihre Erfahrung mit externen IT Projektmanagern unterhalten
Für wen ist dieser Podcast gedacht? Nun, eigentlich für jeden der etwas mit IT Projektmanagement zu tun hat. Damit meine ich nicht nur Projektleiter, sondern auch Projektmanagement Assistenten, Projekt Planer, Projekt Controller, Projekt QS beauftragte usw. Aber selbst einem Techniker kann es helfen, die oftmals unergründliche Welt des Projektmanagements besser zu verstehen.
Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich im Bereich IT Projektmanagement selbständig zu machen, dann sind Sie jedenfalls goldrichtig bei uns. Wie Eingangs geschildert bringe ich einiges an Erfahrung mit, wie das Geschäftsmodell eines selbständigen IT Projektmanagementdienstleisters funktioniert und diese Erfahrung teile ich gerne mit Ihnen.
Insgesamt möchte ich eine Folge auf etwa 30 min begrenzen. Da ich aber auf entsprechenden Tiefgang nicht verzichten möchte, plane ich mehrteilige Folgen zu einzelnen Themen. Ich glaube dass das funktionieren kann und bin auf Ihr Feedback dazu gespannt.
Wenn Sie jetzt sagen, whow- das klingt cool, dann bitte abonnieren Sie diesen Podcast. Damit erhalten Sie jede neue Folge ganz automatisch auf Ihr Smartphone oder Tablet. Bitte geben Sie mir ganz viel Feedback zu den einzelnen Folgen. Denn nur mit Ihrem Interesse und Ihrer Hilfe können wir alle zusammen echten Mehrwert aus diesem Podcast generieren. Und das völlig kostenlos. Genial, oder?
Sind auch Sie im IT Projektmanagement tätig? Dann vernetzen Sie sich mit uns. Wir sind alles IT Projektmanager bei der Bundesvereinigung IT Projektmanagement und unsere Gemeinschaft wächst kontinuierlich. Ich freue mich auch Sie bald auf einer unserer IT Projektmanagement Tagungen persönlich kennen zu lernen. Sie werden sehen, dann profitieren auch Sie von dieser Gemeinschaft.
In der nächsten Folge dieses Podcasts möchte ich Ihnen die Bundesvereinigung IT Projektmanagement vorstellen und warum es so wichtig ist, vor allem als Selbständiger sich im größten und schlagkräftigsten Berufsverband für IT Projektmanagementdienstleister zu organisieren. Seien Sie also wieder mit dabei, ich freue mich auf Sie. 🙂

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